Artenschutz, rote Listen

Der Mensch braucht die Natur ­ auch für sein seelischen Wohlbefinden. Sein Bedürfnis nach Blumengärten, Naturparks, Streichelzoos und Haustieren ist ein gutes Beispiel dafür. Im Wohnzimmer oder im  Zoo lässt sich jedoch das Artensterben nicht aufhalten. Vielmehr können Pflanzen und Tiere nur dort erhalten und geschützt werden, wo sie zu Hause sind: in Gärten, auf Wiesen, in Wäldern und Auen. Die "Roten Listen" ­ Auflistungen der ausgestorbenen und als gefährdet angesehenen Tiere und Pflanzen ­ werden immer länger. In Rheinland-Pfalz sind inzwischen fast alle für den Artenschutz wichtigen Biotoptypen bedroht. Als gefährdet gelten über ein Drittel der Farn- und Blütenpflanzen, jeweils rund die Hälfte aller Brutvogelarten, Schmetterlinge und Wirbeltiere sowie 80 Prozent der Libellenarten.

Gerade durch die vielen scheinbar "kleinen" Eingriffe werden die natürlichen Lebensräume von Pflanzen und Tieren gefährdet. Als Hauptursachen des fortschreitenden Artensterbens gelten das Zerschneiden, Überbauen und Versiegeln von Flächen, die Ausräumung der Landschaft durch weitgehende Beseitigung von Gehölzen, Hecken, Sträuchern, Teichen u.ä., der Einsatz von Pestiziden sowie Überdüngung, Gewässerausbau, Kanalisierung und Uferbegradigungen, das ungeordnete Ablagern von Müll, die Erschließung von Naturarealen für den Freizeitbetrieb und Ferienparks sowie die Intensivierung der Landwirtschaft.

Viele Menschen sind sensibel geworden für die Nöte unserer Umwelt. Sie haben erkannt, dass die Natur nicht hemmungslos geplündert und manipuliert werden darf, dass die natürlichen Ressourcen der Erde nicht unerschöpflich sind. Artenschutzgeht alle an. Wir alle tragen Verantwortung, den Reichtum der Natur zu bewahren und für künftige Generationen zu erhalten.