Demografie-Atlas für den Landkreis Mainz-Bingen

Die demografische Entwicklung der nächsten Jahrzehnte wird zu erheblichen Veränderungen bei der Einwohnerzahl und der Altersstruktur der Bevölkerung im Landkreis Mainz-Bingen führen. Dies erfordert eine Anpassung der Infrastruktur des Landkreises und der Gemeinden vor Ort.

Der Kreistag des Landkreises Mainz-Bingen hat in seiner Sitzung am 09.05.2014 den „Demografie-Atlas für den Landkreis Mainz-Bingen – Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen zur Gestaltung des demografischen Wandels“ verabschiedet. Ebenso wurde beschlossen, dass alle Planungen und Investitionen der Kreisverwaltung zukünftig einem „Demografiecheck“ unterzogen werden sollen.

In einer vorherigen Sitzung des Kreistages war bereits beschlossen worden, dass der neue Kreistag eine Enquete-Kommission „Demografie“ einberufen wird. Diese wird aus Vertretern der Kreistagsfraktionen, einigen ständigen Experten und Experten, die zu bestimmten Themenbereichen eingeladen werden, bestehen.

Der Demografie-Atlas basiert in seinem Datenteil auf der Dritten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2012, dem Zensus 2011, auf weiteren Daten des Statistischen Landesamtes und eigenen Berechnungen der Verwaltung.

Die Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes für den Landkreis reicht bis zum Jahr 2060. Für die Städte Bingen und Ingelheim, die Verbandsgemeinden und die Gemeinde Budenheim liegt eine Berechnung bis zum Jahr 2030 vor. Eine Vorausberechnung für die Ortsgemeinden besteht nicht.
  • Die Einwohnerzahl des Landkreises Mainz-Bingen wird ca. ab dem Jahr 2030 zurückgehen, wobei der Rückgang niedriger ist als im Durchschnitt des Landes Rheinland-Pfalz.
  • Die Zahl der Kinder bis 5 Jahre wird sich bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Basisjahr 2010 der Vorausberechnung um 6,2 % verringern. Die Zahl der Kinder/Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren verringert sich im gleichen Zeitraum um ca. 13 %.
  • Die „Erwerbsbevölkerung“ (Einwohner des Landkreises im Alter von 18 bis 64 Jahren) geht voraussichtlich von 2010 bis 2030 um 10 % zurück.
  • Die Zahl der über 80jährigen Einwohner im Landkreis wird von 2010 bis 2030 um ca. 68 % zunehmen. Dies ist mehr als im Durchschnitt von Rheinland-Pfalz. Allerdings wird der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe im Landkreis in 2030 nur bei ca. 7,6 % und in Rheinland-Pfalz bei ca. 9,6 % liegen.
  • Die demografische Entwicklung verläuft in den Städten Bingen und Ingelheim, den Verbandsgemeinden und der Gemeinde Budenheim im Landkreis sehr unterschiedlich.
Der Demografie-Atlas zieht aus der demografischen Entwicklung notwendige Schlussfolgerungen und enthält außer dem umfassenden Datenteil Handlungsempfehlungen zur  Anpassung an den demografischen Wandel:
  • Insbesondere werden Vorschläge zur Anpassung der Infrastruktur an die starke Zunahme der über 80jährigen Bevölkerung und die zu erwartende Steigerung der Zahl der pflege- unterstützungsbedürftigen Personen unterbreitet.
  • Der ab dem Jahr 2030 voraussichtlich zu verzeichnende Rückgang der Erwerbsbevölkerung und der schon jetzt spürbare Fachkräftemangel werden eine entsprechende Anpassungsstrategie erfordern.
  • Der zu erwartende Rückgang der Einwohnerzahl und die Veränderung der Altersstruktur im Landkreis wird auch eine Anpassung der Kreisverwaltung selbst, insbesondere derjenigen Abteilungen, die im besonderen Maße von der der demografischen Entwicklung betroffen sind, erforderlich machen. Ferner ist bei der Personalplanung und Personalgewinnung stärker der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen.
  • Die demografische Entwicklung erfordert auch eine Politik für junge Familien und eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Erwerbstätigkeit.
  • Eine weitere Herausforderung der kommenden Jahrzehnte wird die Zunahme der Altersarmut sein.
Nachfolgend können Sie als PDF-Datei den „Demografie-Atlas für den Landkreis Mainz-Bingen“ und eine Zusammenfassung der Ergebnisse herunterladen.

Auf Anforderung übersenden wir Ihnen auch gerne eine gedruckte Version des Atlasses und der Zusammenfassung. Bitte wenden Sie sich an den rechts oben genannten Ansprechpartner.

 

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