Hintergrundinformationen zur Pflegeversicherung

Am 01.04.1995 wurde das Sozialversicherungssystem der Bundesrepublik um eine fünfte „Säule" ergänzt, nämlich um die Pflegeversicherung. Ziel dieser Versicherung ist es, die Bevölkerung - zumindest in einem großen Umfang - gegen das finanzielle Risiko der Pflegebedürftigkeit abzusichern.

Die Pflegeversicherung ist, wie die gesetzliche Krankenversicherung, eine Pflichtversicherung. Alle Arbeitnehmer, Rentner und mitversicherte Familienangehörige sind versichert. Privatversicherte müssen bei einem Versicherungsunternehmen ebenfalls eine Pflegeversicherung abschließen. Die Beiträge werden vom Einkommen beziehungsweise der Rente einbehalten; zurzeit liegt der Beitrag bei 1,7 Prozent des Bruttoeinkommens.

Mit Inkrafttreten der Pflegeversicherung hatte jeder Versicherte Anspruch auf entsprechende Leistungen, soweit eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Seit 1997 ist eine Vorversicherungszeit von 2 Jahren notwendig, um Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten.

Die Feststellung, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt, trifft für die gesetzliche Pflegeversicherung der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen (kurz MDK genannt); privat Pflegeversicherte werden durch das Unternehmen „Medicproof" begutachtet.

Wer ist pflegebedürftig?

Die Pflegebedürftigkeit richtet sich nach einem individuellen Hilfebedarf für die regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens. Ein „allgemeiner Betreuungsbedarf" wird hier jedoch nicht mit abgedeckt. Pflegebedürftig nach dem Pflegeversicherungsgesetz ist die Person, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens 6 Monate, in erheblichem Maße der Hilfe bedarf.

Krankheiten oder Behinderungen sind:

  • Verluste, Lähmungen oder andere Funktionsstörungen am Stütz- oder Bewegungsapparat,
  • Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane,
  • Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen.

Ansprechpartner/innen

Bei Fragen zu den Leistungen der Pflegeversicherung wenden Sie sich bitte an Ihre Pflegeversicherung / Krankenversicherung.